new environments of mobility

Mobilität benötigt mehr Information

Viviane Lanner

Büroleitung

 

Wie kommst Du am Morgen zum Büro?
Mit der Straßenbahn. Ich habe das Glück, nicht die U-Bahn benutzen zu müssen.

Wieso Glück?
Ich empfinde U-Bahn fahren als stressig, in den Stoßzeiten zumeist überfüllt und an jeder Station ein Gedränge, um hinein oder heraus zu kommen. Ich mag auch das unterirdische Unterwegssein nicht, da fahre ich lieber mit der Straßenbahn und genieße das Tageslicht.

Was wünschst Du Dir für deine tägliche Mobilität?
Eine Station soll so groß dimensioniert sein, dass man sich in Stoßzeiten beim Warten oder Verlassen des Verkehrsmittels nicht auf die Füße tritt und für jene, die es gerade eilig haben, keinen Stau oder Gedränge gibt. Idealerweise soll ein flüssiges Wechseln der Verkehrsmittel oder Verlassen der Station möglich sein, auch durch mehrere alternative Zugangsmöglichkeiten. Für das kurze Warten wären mir ausreichend wettergeschützte und bequeme Sitzgelegenheiten wichtig und neue Screens mit Abfahrzeiten innerhalb der nächsten 15 Minuten für alle diese Station kreuzenden Transportmittel, Bus, Strassenbahn, Car-Sharing, Bike-Sharing etc., am liebsten auch in einem erweiterten Radius von 200-300 Meter über den Verkehrsknotenpunkt hinaus. Hierfür muss ich bis dato immer quando aktivieren, um nachzuschauen, aber was tun, wenn das Handy leer ist…
Es bräuchte meiner Meinung nach auch Assistenz-Personal an den Stationen und Haltestellen in der Stadt, wenn ältere Menschen oder Eltern mit Kinderwagen in eine alte Straßenbahn einsteigen müssen. Sobald diese jedoch aus dem Verkehr gezogen werden, finde ich Screens mit detaillierten Informationen und einen Lautsprecher für Durchsagen von Störungsfällen ausreichend. Diese Mindestausstattung sollte übrigens für j e d e Haltestelle in Wien Standard werden. Was ich mir auch noch wünsche, ist mehr soziales Miteinander. Soziales Miteinander und Mobilität gehören für mich zusammen.

Bist du mit deiner Familie auch mit der Bahn unterwegs?
Eher selten und der Hauptgrund ist das Gepäck. Es ist anstrengend mit zwei Kids das viele Gepäck quer durch die Stadt zum Zug zu schleppen. Ein Gepäckservice von Tür zur Tür fände ich großartig! Reisen mit leichtem Gepäck ist eine wunderbare Vorstellung und würde sicherlich viele Menschen zum Umstieg auf die Bahn motivieren. Logistisch sollte das meiner Meinung nach umsetzbar sein und Arbeitsplätze würde es obendrein auch noch schaffen. Noch ein familienfreundlicher Vorschlag für das Fliegen, wäre Check-In an der Haustüre oder auch an großen Stationen des öffentlichen Verkehrs, um danach ohne Gepäck zum Flughafen fahren zu können.

Was macht ihr, wenn ihr warten müsst?
Für längere Wartezeiten, sind mir ein gut ausgebauter Familienbereich mit großer Spielzone für Kinder, Kaffeeautomat, Toiletten und bequeme Wartesesseln und eine digitale Infotafel mit allen wichtigen Informationen wichtig. Angenehm wäre auch ein gutes Cafe, wo man eine frisch zubereitete Suppe bekommt und wo ich ein Buch oder die Zeitung lesen kann. Im Idealfall würden die Kinder dann so gerne noch ein wenig länger „warten“.

Wie stellst du dir deine Mobilität in 20 Jahren vor?
In 20 Jahren werden vermutlich fast alle U-Bahnen automatisiert fahren. Strassenbahnen, Busse und Autos werden nachziehen. Dieser Gedanke gefällt mir ehrlich gesagt nicht wirklich. Kein Fahrer mehr, der auf mich wartet und mir doch noch die Tür öffnet, weil er mich von weitem herbeilaufen sieht. Die Vorstellung, dass mich auf der Autobahn ein unbemanntes Auto überholt löst eher Unbehagen in mir aus. Das sind Computer, die da herumfahren, die aussetzen, abstürzen oder gehackt werden können, das Potential hier großen Schaden anzurichten finde ich viel zu hoch.

 
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