new environments of mobility

Wenn wir warten, dann warten wir

Vincent und Noah Pillinger

Geschäftsführer Safran&Cie
Kindergartenbesucher

www.safrancie.com

„Könnt ihr von eurem Morgenritual erzählen?“
„Wir fahren jeden Tag in der Früh von Michelbeuern bis Schottenring. 8 Uhr ist die perfekte Uhrzeit, um an dieser Station zu warten, davor wäre es zu voll. Wenn wir aussteigen, müssen wir dann noch ein kleines Stück zu Fuß zu Noahs Kindergarten gehen. Ich gebe ihn ab und gehe zur Station zurück, um dort einen Kaffee zu trinken und Zeitung zu lesen. Ich sperre das Geschäft erst um 10 auf. Es ist gleich um die Ecke.“

„Was macht ihr, wenn ihr wartet?“
„Das Warten ist ein Teil unseres Unterwegsseins. Wir sitzen dabei oft auf unserer Bank an der Station, außer wir haben den Roller dabei, dann müssen wir stehen. Das Warten ist unsere Zeit, um miteinander zu plaudern. In der U-Bahn ist es meist zu eng zum Reden und außerdem müssen wir aufpassen, damit wir nicht umfallen.“

„Warten ist kein Problem für euch?“
„Man ist total überfordert, wenn es keine Wartezeiten gibt. Warten ist angenehm, wenn man nicht allein ist, es ermöglicht auch, den Kopf in Ruhe arbeiten zu lassen… würde man nach Griechenland fahren, wäre eigentlich die Fähre in Bezug auf Reisegeschwindigkeit das richtige Verkehrsmittel… so kann man sich innerlich vorbereiten.“

„Was ist euch beim Warten an einer Bahnstation wichtig?“
„Das wichtigste ist mir, informiert zu sein, aber ich wünsche mir nicht nur Screens und Displays und automatisch generierte Mails. Ich möchte zu einem Menschen am Schalter gehen können. Das Einsparen von Arbeitsplätzen an den Stationen ist aus meiner Sicht eine verfehlte Politik. Es gibt dann nur mehr Mobilitätsanbieter, die unsichtbar sind.“

„Gibt es noch etwas?“
„Wichtig wäre auch die Investition in zeitgemäße Toiletten und ihre Wartung, für Frauen ist diese Situation wirklich schwierig. Auch die Barrierefreiheit ist nicht überall gewährleistet, es gibt immer noch Probleme mit dem Kinderwagen.“

 
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